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Berthold Altenbrand

11.07.1938 KZ Dachau
21.03.1939 KZ Mauthausen
05.03.1940 aus KZ Mauthausen entlassen

Berthold Altenbrand wurde am 24. April 1904 in Karlsruhe geboren und katholisch getauft. Bis zu seiner Festnahme im Juni 1938 lebte er in Karlsruhe, wohin er auch nach seiner Entlassung aus dem Konzentrationslager Mauthausen im März 1940 zurückkehrt war.

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Dachau
       Schreibstubenkarte KZ Dachau

Er zählte zu den reichsweit insgesamt 9.497 Männern, die auf Anweisung der Kriminalpolizei ab Anfang Juni 1938 im Rahmen einer zweiten großen Festnahmeaktion gegen sogenannten „Arbeitsscheue“ in die Konzentrationslager Buchenwald, Dachau und Sachsenhausen eingewiesen wurden. Altenbrand wurde am 24. Juni 1938 von der Stuttgarter Kriminalpolizei festgenommen und am 11. Juli 1938 ins KZ Dachau eingewiesen. Anstelle seines Namens trug er von nun an die Häftlingsnummer 18086 mit der Kategorie „AZR“ („Arbeitszwang Reich“) und war mit dem schwarzen Winkel der sogenannten „Asozialen“ gekennzeichnet. Laut Schreibstubenkarte des KZ Dachau war er von Beruf Zementeur. Am 21. März 1939 erfolgte seine Verbringung ins KZ Mauthausen. Dort erhielt die Häftlingsnummer 344. Am 5. März 1940 wurde er aus dem KZ Mauthausen entlassen und kehrte nach Karlsruhe zurück.

Altenbrand war laut Strafregister vom 16. Februar 1972 bei seiner Festnahme 1938 nicht vorbestraft und hatte einen festen Wohnsitz in der Zähringer Straße 25 in Karlsruhe. Beides schützte ihn nicht vor einer Einweisung ins Konzentrationslager.
Ein späterer Antrag auf Entschädigung für die Haftzeit vom Juni 1938 bis März 1940 wurde mit der Begründung abgelehnt, er sei nicht aus politischen, „rassischen“ oder Glaubensgründen verfolgt worden, „sondern als Vorbeugungshäftling“. Dies war laut damaliger Entschädigungsgesetzgebung ein nicht entschädigungsfähiger Grund für die Einweisung in ein Konzentrationslager.

Auf der Homepage „Searching Dachau Concentration Camp Records in One Step“ wird Berthold Altenbrand namentlich genannt. Dies ist vermutlich ein erster öffentlicher Hinweis auf sein Verfolgungsschicksal.

Die Markierung auf der Übersichtskarte weist auf die Wohnadresse vor der Verhaftung in der Zähringerstraße 25 in Karlsruhe.


Quellen und Literatur
Staatsarchiv Ludwigsburg EL 350 I Bü 54491

ITS Digital Archive, Arolsen Archives:
1.1.6 Schreibstubenkarte Dachau/ Berthold Altenbrand

Searching Dachau Concentration Camp Records in One Step  https://stevemorse.org/dachau/dachau.html

Kolata, Jens: Zwischen Sozialdisziplinierung und „Rassenhygiene“. Die Verfolgung von „Asozialen“, „Arbeitsscheuen“, „Swingjugend“ und Sinti, in: Ingrid Bauz u.a. (Hg.): Die Geheime Staatspolizei in Württemberg und Hohenhollern, Stuttgart, 2013, S. 329 f.

Bildnachweis
ITS Digital Archive, Arolsen Archives: Schreibstubenkarte KZ Dachau/ Berthold Altenbrand


© Text und Recherche:
Ingrid Bauz, Stuttgart
Stand: März 2022
www.kz-mauthausen-bw.de