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Karl Gold (1879 - 1943)

August 1937 Anordnung der Sicherungsverwahrung
03.03.1943 KZ Mauthausen
05.10.1943 Tod im KZ Mauthausen

Karl Gold wurde am 5. April 1879 (in seiner Zuchthauspersonalakte wird der 14. März 1879 als Geburtsdatum genannt) in Stuttgart geboren. Er war Kaufmann, verheiratet und lebte in Ellwangen. Sonst ist uns über sein Leben nur wenig bekannt.

Am 27. März 1934 wurde Gold ins Zuchthaus Ludwigsburg eingeliefert, wo er eine Strafe von drei Jahren und vier Monaten wegen Betrugs im Rückfall in Tateinheit mit Erpressung und „erschwerter Privaturkundenfälschung“ verbüßen sollte.
Am 18. Dezember 1934 wurden sein Ersuchen um Wiederaufnahme des Verfahrens und sein Antrag der „gnadenweisen“ weiteren Anrechnung der Untersuchungshaft vom württembergischen Justizminister abgelehnt. Um ihn vom Versuch abzuhalten, weitere Anträge zu stellen, wurden Sanktionen verfügt:
"Wegen des teilweise ungebührlichen und beleidigenden Inhalts seiner Eingaben vom 19. und 26. v. Mts. verhänge ich gegen den Verurteilten eine Hausstrafe von 14 Tagen Arrest. Aus demselben Grund unterbleibt eine Weiterleitung der an die Gauleitung der NSDAP in Stuttgart und an den Ministerpräsidenten gerichteten Eingaben des Verurteilten.
Ich gehe davon aus, daß die Landesstrafanstaltsverwaltung einen weiteren Mißbrauch der dem Strafgefangenen Gold zustehenden Rechte [...] insbesondere auch durch Beschränkung der Papierzuteilung steuern wird."
Karl Gold scheint jedoch nicht lockergelassen zu haben. Am 10. Dezember 1936 wurde vor dem Landgericht Ellwangen unter anderem wegen Beleidigung gegen ihn verhandelt. Gold hatte dafür mehr als 20 zu ladende Zeugen benannt, darunter waren der Generalstaatsanwalt, mehrere Oberstaatsanwälte, Amts- und Landgerichtsräte sowie Bürgermeister. Das Gericht ließ jedoch lediglich sechs weniger hochkarätige Zeugen zu. Der Ausgang des Prozesses ist nicht bekannt.

Am 13. Juli 1937 war seine Zuchthausstrafe verbüßt und Karl Gold kam frei. Doch bereits am 8. August 1937 musste er eine erneute Zuchthaustrafe von einem Jahr und fünf Monaten antreten. In dem vorausgegangenen Verfahren wurde vermutlich auch die Sicherungsverwahrung nach Strafende angeordnet. Am 15. März 1938 wurde er vom Zuchthaus Ludwigsburg in die psychiatrische Gefangenenanstalt Bruchsal verlegt. Dort blieb er bis Strafende am 8. Januar 1938. Im Anschluss wurde er in die Sicherungsanstalt (Abteilung im Gefängnis, in die die Sicherungsverwahrten nach Strafverbüßung in den Maßregelvollzug überführt wurden) Straubing verbracht.

Auf Grundlage einer Vereinbarung zwischen Reichsführer-SS Heinrich Himmler und Justizminister Otto Georg Thierack wurden ab Ende November 1942 sicherungsverwahrte Justizhäftlinge in die Konzentrationslager zur „Vernichtung durch Arbeit“ deportiert. Mehrere tausend von ihnen kamen innerhalb kürzester Zeit zu Tode. Karl Gold kam mit einem Transport von Sicherungsverwahrten („SV“) aus Straubing am 3. März 1943 in das KZ Mauthausen. Er wurde als „SV“ registriert, erhielt die Häftlingsnummer 24361 und wurde dem Stammblock 18 zugewiesen. Ab 16. April brachte man ihn im Sanitätslager unter. Am 5. Oktober 1943 starb er dort im Alter von 64 Jahren. Als Todesursache wurde „Altersschwäche“ angegeben.

Die Markierung auf der Übersichtskarte zeigt Karl Golds Geburtsort Stuttgart.

Quellen

Arolsen Archives
1.1.26.3 Individuelle Häftlingsunterlagen Männer KL Mauthausen, Karl Gold

Staatsarchiv Ludwigsburg
E 356 d V Bü 369

Memorial Mauthausen
(https://raumdernamen.mauthausen-memorial.org/)

Archiv Memorial Mauthausen
DR Häftlinge Mauthausen Datenbankauszug Andreas Baumgartner vom 2.3.2023

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