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Wilhelm Weißenberger (1900 - 1942)

„auf der Flucht erschossen“

 

11.04.1942 KZ Mauthausen
03.07.1942 gestorben im KZ Mauthausen

 

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Wilhelm Weißenberger in den 1920er-Jahren. Privateigentum Conny Kroth, geb. Derzbach. Fauth S. 171

Friedrich Michael Wilhelm Weißenberger wurde am 21. Mai 1900 als Sohn des Tapeziermeisters Isidor Weißenberger und seiner Ehefrau Dorothea in Würzburg geboren. Der Vater Isidor wurde 1920 „wegen gemeingefährlicher Geisteskrankheit“ in die Anstalt Werneck bei Schweinfurt aufgenommen und die Frau erhielt die Vormundschaft über ihren Ehemann. Der Vater Isidor verstarb 1937.

Wilhelm Weißenberger war katholisch getauft, als Berufsangaben finden sich „Hausbursche“, „Sattler“ und später „Kaufmann“. Seit 1916 wurde er mehrfach wegen Diebstählen bestraft. 1919 erhielt er zwei Jahre Zuchthaus „wegen eines Verbrechens des schweren Diebstahls im Rückfalle“. Nach Verbüßung einer weiteren Zuchthausstrafe lebte er seit 1926 eine gute Dekade in Freiheit, ohne dass Konflikte mit dem Gesetz aktenkundig wären.

1934 ließ er sich in Wertheim nieder und wohnte in der Mühlenstraße 17. Im selben Jahr heiratete er Margareta geb. Schelbert (1909-1938) und am 2. November 1934 wurde eine gemeinsame Tochter geboren.

In der Zeit ab Februar 1937 wurde Wilhelm Weißenberger erneut straffällig. Das Landgericht Würzburg verurteilte ihn zu 5 Jahren Zuchthaus mit Androhung von Sicherungsverwahrung. Über verschiedene Stationen – Zuchthaus Amberg, Lager II Aschendorfer Moor, Strafgefangenenlager Rodgau – kam er schließlich am 2. April 1941 in die Strafanstalt Bruchsal. Von dort, oder über eine weitere Zwischenstation, wurde er um den 11. April 1942 in das Konzentrationslager Mauthausen eingeliefert. Überstellungen von Justizhäftlingen in Konzentrationslager – und damit der Willkür der SS - erfolgten grundsätzlich ohne ein Urteil der Organe der Rechtsprechung.

Im Lager wurde ihm die Häftlingsnummer 9348 mit der Häftlingskategorie „B.V.“ (Berufsverbrecher) zugeteilt.

Am 3. Juli 1942 wurde er im KZ Mauthausen angeblich „auf der Flucht“ erschossen.

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Stolperstein für Wilhelm Weißenberger. Foto: Christian Michelides, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=107416032

Am 10. November 2012 wurde in der Mühlenstraße 17 in Wertheim ein Stolperstein für Wilhelm Weißenberger verlegt. Solche Kleindenkmale für „kriminelle“ KZ-Opfer waren und sind durchaus nicht an allen Orten selbstverständlich. Die Markierung auf der Übersichtskarte verweist auf diese Adresse, an welcher Weißenberger bis zuletzt gemeldet war.

 

Quellen und Literatur:

Arolsen Archives
DocID: 1289397

Dieter Fauth: Wertheim im Nationalsozialismus aus Opferperspektiven. Gedenkbuch zum Projekt Stolpersteine. Zell am Main 2013. S. 17, 164-171 (ausführliche und genaue Quellenangaben dort). Mit Dank an Herrn Fauth für sein Entgegenkommen!

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