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Georg Körner

(geb. 1897)

Badischer „Gewitter“-Häftling

23.08.1944 KZ Natzweiler
06.09.1944 KZ Dachau
16.09.1944 KZ Mauthausen
26.10.1944 Entlassung aus KZ Mauthausen

Georg Körner wurde am 18. Mai 1897 in Zürich geboren. Er besuchte acht Jahre die Volksschule und war danach Fabrikarbeiter, daneben finden sich in den Quellen aber auch die Berufsangaben Buchhalter und Professor. Er war verheiratet mit Maria, geborene Forster, und hatte fünf Kinder. Die Familie wohnte in der Ludwigshafener Straße 13 in Stockach (im heutigen Landkreis Konstanz). Politisch war er der Sozialdemokratie (SPD) verbunden.

Am 22. August 1944 wurde er im Rahmen der nach dem Umsturzversuch des 20. Juli 1944 erfolgten reichsweiten Verhaftungsaktion „Aktion Gewitter“ (auch Aktion Gitter und Aktion Himmler genannt) festgenommen. Zusammen mit weiteren Schicksalsgefährten, darunter Paul Mischkowski, wurde er um 11.45 Uhr ins Landgerichtsgefängnis Konstanz gebracht. Die Gestapoaktion „Gewitter“ betraf ehemalige Funktionäre und Mandatsträger der Sozialdemokraten, Kommunisten und der Zentrumspartei sowie weiterer Parteien der Weimarer Republik. Am folgenden Tag um 5 Uhr in der Frühe wurde Körner aus dem Gefängnis abgeholt und von der Gestapo – Stapoleitstelle Karlsruhe – in das Konzentrationslager Natzweiler im Elsass eingewiesen (Häftlingsnummer 23318). Als das Lager Natzweiler wenig später aufgelöst wurde, kam er per Sammeltransport vom 4./6. September 1944 in das KZ Dachau (Häftlingsnummer 101797 „Sch.D.R.“). Bereits am 14./16. September 1944 erfolgte jedoch, ebenfalls per Sammeltransport, die Überstellung in das Konzentrationslager Mauthausen (Häftlingsnummer 98399 „Polit“). Zum Arbeitseinsatz kam er in das KZ-Außenlager Linz. Nach kurzer Zeit kehrte er aber am 6. Oktober wieder in das Hauptlager zurück und wurde am 26. Oktober 1944 aus dem KZ Mauthausen entlassen.

Georg Körner wurde Mitglied des am 14. Mai 1945 einberufenen vorläufigen Gemeinderat von Stockach. Ebenso gehörte er dem im September 1945 entstandenen örtlichen "Anti-Nazi-Komitee" an, welches aber keine Wirkung mehr entfaltete. Jedoch erhielt er aufgrund der Gemeindratswahl vom September 1946 als Sozialdemokrat einen Sitz im Stockacher Stadtrat. Die Kommunalwahl vom Januar 1948 bestätigte ihn in diesem Amt.

Am 18. Juni 1963 stellte der Internationale Suchdienst (ITS) in Arolsen dem Oberstaatsanwalt in Köln zu einem nicht genannten Verwendungszweck eine Haftbescheinigung für Georg Körner aus.

Die Markierung auf der Übersichtskarte verweist auf Gorg Körners damaligen Wohnsitz in der Ludwigshafener Straße 13 in Stockach (Landkreis Konstanz).


Quellen

ITS Digital Archive, Arolsen Archives
DocID: 12058120 (Gefängnis Konstanz)
1.1.29.2 Individuelle Unterlagen Natzweiler – Georg Körner
1.1.6.2 Individuelle Unterlagen Dachau – Georg Körner
1.1.26.3 Individuelle Unterlagen Männer Mauthausen – Georg Körner
Korrespondenzakte T/D 794221

Staatsarchiv Freiburg
D 180/2 Nr. 221402 (Spruchkammer)
F 196/1 Nr. 159 (Wiedergutmachung)

Hartmut Rathke: Stockach im Zeitalter der Weltkriege. Konstanz 2004, S. 277, 295 f, 301 ff.

 

© Text und Recherche:
Roland Maier, Stuttgart
Stand: Juli 2023
www.kz-mauthausen-bw.de